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Musste Jesus für uns sterben?
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 Helmut FischerVon Andreas Hoenke Helmut Fischer Musste Jesus für uns sterben? Deutungen des Todes Jesu ISBN 978-3-290-17469-9 © 2008 Tehologischer Verlag Zürich
Ein kleines Büchlein, dass ganze Bibliotheken hochtheologischer Literatur für den Normalmenschen auf wenigen Seiten verständlich darstellt. Helmut Fischer wagt sich an ein Thema, das zu den Grundfesten des Christentums zählt. Der Aufbau und die Abfolge der Kapitel sind in meinen Augen logisch. Die Hinführung ist dabei überaus geglückt und legt den Finger in die Wunde (sogar bis in unsere heutige Sprache geht der Zweifel von Bruder Thomas). Für uns ist das Kreuz das Symbol von Jesu Sterben. Im Sprachgebrauch sagen wir: Jesus sei für uns gestorben, er sei für unsere Sünden gestorben. Zwei Gedanken regen zum Widerspruch an, dass Jesus „für uns“ gestorben sei und das er für unsere Erlösung, für unser Seelenheil sterben „musste“. Ich zitiere: „Die Antwort für unsere Sünden wird dem ernsthaften Fragenden keine Antwort sein, sondern allenfalls Anlass für weitere Fragen geben.“ Wer Auskunft geben kann, ist in einer besseren Position, denn in unserer säkularisierten Welt sind diese Aussagen nicht mehr unbedingt plausibel. Sie regen förmlich an hinterfragt zu werden. Hier setzt Helmut Fischer an. Anhand sogenannter „W“-Fragen wird dieser Frage nachgegangen. 1. Kapitel: Was wissen wir historisch über den Tod Jesu? 2. Kapitel: Wie erging es den Jüngern nach Jesu Tod? 3. Kapitel: Wie wird Jesu Tod von Ostern her gedeutet? 4. Kapitel: Welche Deutung soll gelten? Das letzte Kapitel schlisst mit dem Maßstab für eine angemessene Deutung. Helmut Fischer bleibt in seinem ganzen Aufsatz sachlich uns informativ. Er lässt andere Glaubentraditionen zu. Ihm geht es nicht um Plausibilität des inhaltlichen Maßstabes. Die kurzweiligen 78 Seiten enden mit der Erkenntnis: „Legitim und angemessen ist jede Deutung des Todes Jesu, die im Einklang mit jener unbedingten Liebe Gottes steht, die uns in Jesus als menschliche Lebenswirklichkeit begegnet, und die uns – sofern wir uns ihr öffnen – den Horizont für ein neues Menschsein und Leben aufschließt.“
Dieses kleine Buch gehört in die Rubrik: Theologie für Nichttheologen. Es ist in einer klaren und leicht verständlichen Sprache geschrieben Sprache. Das vermittelte Wissen ist gut fundiert und dargestellt. Das Buch ist gut als vorbereitende Grundlage einer Themenreihe in einem Gesprächskreis geeignet.
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