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Die Bibel, die Jesus las

Philip Yancey

Von Reinhard Suepke

(rs) Zugegeben, manchen Theologen würden die Haare zu Berge stehen, wenn sie Philipp Yanceys exegetische Aussagen zum 5. Buch Mose lesen - weil es (nicht nur nach seiner Meinung) doch von Mose stammt. Aber: Schaut erst mal rein in dieses kleine aber großartige Buch...

Man hat sich unter intellektuellen Theologen angewöhnt, diese Art von fundamental - biblischen Ansichten zu belächeln oder zu verdächtigen. Aber wer die Bibel mal mit den Augen eines Journalisten (und das ist Yancey von Beruf)liest, der wird hier großartige Entdeckungen machen.
Yancey beschreibt zuerst, wie er immer wieder Schwierigkeiten damit hatte, das Alte Testament zu lesen, sich dann aber doch ranwagte.
Was er selber dabei entdeckte, auf diese Reise nimmt er die Leser mit.
Nur ein Beispiel als Appetitshäppchen:
Ich lese einmal im Jahr die Bibel durch. Dabei habe mich jedes Jahr gefürchtet, das Buch Hiob zu lesen. Weil ich nie verstanden habe, was da abgeht: Einerseits reden die Freunde Hiobs richtig frommes Zeug, andererseits redet Hiob anklagend gegen Gott und alle bekommen von Gott eine Rüge, aber Hiob steht dann doch besser da?! Und dann redet Gott viel zu Hiob, antwortet aber mit keiner Silbe auf seine Fragen???

Yancey hat mir zum ersten mal geholfen, dieses Buch ansatzweise zu verstehen.
Hier ein Auszug: „Es sitzen lediglich fünf kratzbürstige Männer beisammen – Hiob, seine drei Freunde und der meistens schweigende Elihu – und diskutieren die verschiedensten Theorien über den Schmerz … ganz dem Charakter des Alten Testaments entsprechend sind wir beim Lesen von Hiob zunächst frustriert, weil uns dort nicht die einfachen Antworten geboten werden, nach denen wir zu suchen glaubten; dann aber stellt sich ein seltsames Gefühl von Befriedigung ein, weil wir in eine neue Richtung gewiesen werden.“ (S45)

Wer mehr als dieses Gefühl sucht, der findet das in „Die Bibel, die Jesus las“ von Philip Yancey, Brockhaus 9,90 Euronen.