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Vier Jahre Hölle und zurück

Lukas

Von Mandy Schiefelbein

(mhs) „Der Reiz des Magischen, die Verführungsgewalt böser Mächte, eine Ideologie die Stärke verleiht, Härte abverlangt und Gewalt als Mittel heiligt, eine Sache, die einfach etwas Besonderes und ungeheuer aufregend und geheimnisvoll ist – das Alles übt auf manche Jugendliche eine große Anziehungskraft aus.“ (J.Hauskeller)

Die autobiographische Geschichte von Lukas beginnt mit seinem 15. Geburtstag.
Aufgewachsen in diversen Heimen, hatte er das Jugendamt selbst um die erste Einweisung gebeten. Nur weg von zu Hause, weg vom prügelnden Stiefvater, der mutlosen Mutter und den anderen 4 Geschwistern.
Ein Heimurlaub enthält für Lukas eine schicksalshafte Begegnung. Er trifft einen Freund aus Kindertagen wieder, der ihn zu seiner ersten satanistischen Messe lockt. Dort wird er mit einer bedrohlichen Atmosphäre konfrontiert; erlebt sogar ein brutales Tieropfer. Wie in Trance erlebt Lukas diese Stunden nur mit dem Gedanken erfüllt: „Hier kommst du nicht mehr lebend raus!“

Er überlebt diesen Abend, aber nicht ohne vorher von einem Priester mit Blut gereinigt zu werden. Von diesem Moment an ist er Mitglied der Meute, handelt er gegen die Regeln der Satanisten oder versucht gar auszusteigen, ist sein Schicksal und das seiner Familie oder Freunde besiegelt.
Zunächst bleibt er aus Angst, denn jedes Fehlverhalten wird brutal bestraft und Todesdrohungen sind allgegenwärtig, später aus Stolz.

Um Satan seine Treue zu beweisen, muß Lukas diverse Prüfungen über sich ergehen lassen, unzählige Male wird er verprügelt, muß Menschen und Tiere quälen. Dabei wird Stück für Stück sein Wille gebrochen und er entfremdet sich von den wenigen Personen, die ihm etwas bedeuten.
Sein Leben gestaltet er nach den Kernsätzen: „Empfinde Haß statt Liebe, tue Böses anstatt Gutes; Gefühle sind verboten.“

Nach vier Jahren steigt Lukas zum Priesteranwärter auf und soll einen Menschen töten. Er sieht keinen Ausweg und versucht sich, auf für Satan würdige Weise, qualvoll umzubringen. Als dies scheitert, öffnet er sich seinen Erziehern, mit ihrer Hilfe schafft er den Ausstieg.

Dennoch ist sein Leben von Angst geprägt: „Ohne Messer ... gehe ich nicht auf die Straße. Nicht weil ich jemanden töten will, sondern weil ich mich umbringen werde, sollten mich die Schergen ausfindig machen ...
Doch das Schlimmste sind meine Schuldgefühle. Zu viele Menschen habe ich ins Unglück gestürzt.“

Auch wenn es unglaublich und unfaßbar erscheint; was dieses Buch erzählt, ist ein Stück unserer Wirklichkeit. Es hinterläßt bei jedem Leser einen tiefen Eindruck und ist absolut empfehlenswert, denn es gibt nicht nur Insiderinformationen wieder, sondern erzählt vor allem eine bewegende Geschichte.


„Vier Jahre Hölle und zurück“
von Lukas
Lübbe Verlag
Broschiert, 240 Seiten
Preis: EUR 4,99 – 7,95