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Komm, wir schreiben einen Psalm

Von Jan Rohland

(jan) Die Psalmen enthalten in Form einer sehr bildreichen Sprache verdichtete Lebenserfahrung, Gedanken und Gefühle von Verzweiflung über Angst bis zu Hoffnung und Freude. Die poetische Sprache und die offenen Formulierungen machen es nicht nur Kindern im Grundschulalter leicht, in ihnen die eigene Situation oder grundsätzliche Lebenslagen wiederzuerkennen. Diese Unterrichtshilfe will diesen Reichtum entdecken helfen, indem sie dazu anregt, wie die 150 Psalmen der hebräischen Bibel auch in Gebärden und Klänge übersetzt und eigene geschrieben werden können. Bastelvorschläge und Spielideen runden das ganze ab.

Die fünf Autorinnen bieten sieben Unterrichtseinheiten samt Kopiervorlagen und Tips für den Religionsunterricht zwischen dem zweiten und sechsten Schuljahr, was sich aber auch für Christenlehre, Konfirmandenunterricht und Jugendarbeit fruchtbar machen läßt. Sie fühlen sich dem existenzerschließenden Unterricht verpflichtet und wollen den Kindern zu einer Zeit für eine selbständige und handlungsorientiert ganzheitliche Existenzerschließung verhelfen.

In die sehr unterschiedlichen Unterrichtseinheiten haben sich ein paar Fehler eingeschlichen. So sind die hebräischen Buchstaben auf Seite 8 genau in umgekehrter Reihenfolge zu schreiben und zu lesen (eben von rechts nach links). Statt in M1 (Seite 13) ist nicht »Tehellim«, sondern »Tehillim« die richtige Umschrift des hebräischen Ausdrucks für die »Loblieder«, übrigens derselbe Wortstamm der sich auch in »Hallelu-ja« findet. Die Unterrichtseinheit zum Thema Engel wirkt auf den ersten Blick unpassend, auch wenn das Motto aus Psalm 91,11-12 stammt. Der Zusammenhang mit dem Thema der Psalmen bleibt auch trotz des Verweises auf die Begriffe Vertrauen und Hoffnung auf Seite 62 unklar. Die Aufgabe der Engel in den Beispielgeschichten wäre nach meinem Verständnis in diesem Heft wohl weniger von Bedeutung als der Hinweis darauf, daß in jeder von ihnen auch ein zu entwerfender Psalm Platz hätte bzw. dort einer zu finden ist.

Wen das nicht weiter abschreckt und vielleicht zu Psalm 23 eine Idee oder eine einführende Einheit zum Thema sucht, der kann hier viele gute Ideen und Anregungen samt Einführung finden. Besonders anregend war für mich die Einheit, in der die Kinder eigene Psalmen entwerfen und mit der Psalmwort-Kartei von Rainer Oberthür und Alois Mayer von 1995 arbeiten. Für meinen Begriff eine solide Unterrichtshilfe zu einem klassischen und lebensnahen Thema.

Ulrike Itze; Edelgard Moers, Psalmen. gestalten – erleben – verstehen, Bergedorfer Unterrichtsideen, Horneburg 2006, ISBN 978-3-8344-4288-8